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Aus Fehlern und Versagen lernen: Ein Weg zu Sicherheit und Risikobewusstsein

Im Arbeitsumfeld, besonders bei hohen betrieblichen Risiken, gelten Fehler und Versagen oft als etwas, das um jeden Preis vermieden werden muss. Doch eine neue Perspektive gewinnt an Bedeutung: Sie betrachtet solche Vorfälle nicht als unverzeihliches Versagen…

Von Andreza Araújo

Im Arbeitsumfeld, besonders bei hohen betrieblichen Risiken, gelten Fehler und Versagen oft als etwas, das um jeden Preis vermieden werden muss. Doch eine neue Perspektive gewinnt an Bedeutung: Sie betrachtet solche Vorfälle nicht als unverzeihliches Versagen, sondern als wertvolle Lerngelegenheiten. Mit diesem Umdenken können Organisationen die Risikowahrnehmung ihrer Beschäftigten deutlich schärfen und sichere Vorgehensweisen kontinuierlich und wirksam fördern.

Der verborgene Wert von Fehlern

Traditionell werden Fehler als Prozessversagen oder sogar als Zeichen mangelnder Kompetenz verstanden. Dieser verengte Blick verhindert jedoch, dass Organisationen das tatsächliche Lernpotenzial von Vorfällen nutzen. Werden Fehler als echte Lerngelegenheiten behandelt, helfen sie, Schwachstellen zu erkennen und Risiken vorauszusehen, die formelle Vorgaben häufig nicht erfassen.

Ein anschauliches Beispiel bietet die Bauwirtschaft. Wenn Unternehmen kleinere Vorfälle und Beinaheunfälle untersuchen, erkennen sie gefährliche Entwicklungen und bisher übersehene Schwachstellen. Beschäftigte können so ein geschärftes Bewusstsein für mögliche Gefährdungen entwickeln und konkrete Präventionsmaßnahmen ergreifen. Eine Kultur, die den offenen Austausch über Fehler fördert, kann dadurch schwerere Vorfälle in der Zukunft verhindern.

Fehler zu Verbündeten der Sicherheit machen

Ein konstruktiver Umgang mit Fehlern kann das Verhalten der Beschäftigten grundlegend verändern. Zu den nachweislich wirksamen Vorgehensweisen gehören:

1. Transparente und offene Kommunikation Wenn Beschäftigte Fehler oder Beinaheunfälle vertrauensvoll und ohne Angst vor Bestrafung melden können, entsteht eine wertvolle Grundlage für gründliche Untersuchungen und wirksame Präventionsmaßnahmen.

Praxisbeispiel: In einem Logistikunternehmen führt jeder Vorfall zu eigenen Besprechungen, in denen die grundlegenden Ursachen untersucht werden. Die Erkenntnisse werden breit geteilt, um das gemeinsame Sicherheitsbewusstsein zu stärken.

2. Beinaheunfälle ernst nehmen Beinaheunfälle ebenso gründlich zu untersuchen wie schwere Unfälle hilft, größere Probleme in der Zukunft zu verhindern. Dadurch werden Schwachstellen sichtbar, die zuvor unbemerkt geblieben sind.

Praxisbeispiel: Ein Industriebetrieb erkannte durch einen Beinaheunfall Lücken in der Ausbildung neuer Bediener. Daraufhin verbesserte er sein Schulungsprogramm deutlich und verhinderte Situationen mit potenziell tödlichem Ausgang.

3. Kontinuierliches Feedback und Anpassung der Verfahren Starre Vorgaben bilden die Arbeitsrealität nicht immer ab. Wer den Beschäftigten aktiv und kontinuierlich zuhört, kann Verfahren anpassen und sie wirksamer und praxisnäher gestalten.

Praxisbeispiel: In einem Bergbaubetrieb wirken die Bediener unmittelbar daran mit, Sicherheitspraktiken gemeinsam mit spezialisierten Teams zu überprüfen und anzupassen. So werden diese praktisch und wirksam aufeinander abgestimmt.

Warum eine geschärfte Wahrnehmung wichtig ist

Wenn Organisationen Fehler als Mittel verstehen, das Risikobewusstsein zu erweitern, fördern sie auf natürliche Weise sicheres Verhalten. Das Nachdenken über Fehler stärkt sowohl die persönliche als auch die gemeinsame Verantwortung und unterstützt umsichtiges Handeln auf allen betrieblichen Ebenen.

Fazit

Unser Blick auf Fehler bestimmt unser Präventionspotenzial. Wenn wir sie als berechtigte Lerngelegenheiten verstehen, erweitern wir die Risikowahrnehmung und entwickeln eine starke, wirksame Sicherheitskultur. Denn das eigentliche Versagen besteht nicht im begangenen Fehler, sondern in der Weigerung, daraus zu lernen.

Es lohnt sich, gründlich darüber nachzudenken, wie wir auf unsere täglichen Fehler reagieren: beruflich ebenso wie privat. Fragen Sie sich: Lernen wir wirklich aus den Herausforderungen, denen wir begegnen, oder verschenken wir wertvolle Möglichkeiten? Die Antwort kann den Unterschied machen zwischen einer Zukunft voller Sicherheit und kontinuierlichem Lernen und einer Zukunft mit Risiken und immer gleichen Fehlern.

Bis zum nächsten Mal,

Andreza Araújo

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