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Safety Culture4 Min. Lesezeit

5 Gedanken, die eine starke Sicherheitskultur erkennen lassen

In einer gefestigten Sicherheitskultur müssen wir anerkennen, dass Menschen nicht nur Beschäftigte sind, die berufliche Routinen erfüllen. Sie sind zugleich Bürger mit Werten, Erfahrungen und Verantwortung, die über die Unternehmensgrenzen hinausreichen. Die…

Von Andreza Araújo

In einer gefestigten Sicherheitskultur müssen wir anerkennen, dass Menschen nicht nur Beschäftigte sind, die berufliche Routinen erfüllen. Sie sind zugleich Bürger mit Werten, Erfahrungen und Verantwortung, die über die Unternehmensgrenzen hinausreichen. Die Wirkung eines sicheren Umfelds endet nicht am Arbeitsplatz. Sie wirkt in Familien, Gemeinschaften und in der gesamten Gesellschaft weiter. Wenn wir jeden Menschen umfassend erreichen, als Berufstätigen ebenso wie als Bürger, fördern wir eine stärkere und tiefer verwurzelte Sicherheitskultur. Das verhindert nicht nur Unfälle und verbessert Prozesse. Es verändert auch Einstellungen, stärkt gesellschaftliche Verantwortung und trägt zu einer sichereren, menschlicheren Welt bei.

1. Versagen bietet die Chance zu lernen, nicht zu bestrafen.

In einer starken Sicherheitskultur gilt Versagen als Teil des Wachstums und der Verbesserung. Organisationen, die diesen Ansatz fördern, reduzieren laut SafeStart wiederkehrende Vorfälle um bis zu 70%. Wer aus Versagen konstruktive Lehren zieht, statt Schuld zuzuweisen, schafft ein Umfeld, in dem kontinuierliche Verbesserung gedeiht und Prozesse sicherer werden. Als Bürger können wir über eigene Fehler nachdenken, sie offen mit Kollegen und Angehörigen besprechen und aus jeder Erfahrung lernen, ohne Angst davor, eigenes Versagen einzugestehen.

2. Fehler passieren, müssen aber offen besprochen werden.

Laut dem National Institute for Occupational Safety (NIOSH) ließen sich 60% der Vorfälle in Arbeitsumgebungen vermeiden, wenn Beschäftigte Fehler offen und ohne Angst vor Repressalien melden würden. Diese Haltung schafft Vertrauen und fördert den Erfahrungsaustausch, um künftige Vorfälle zu verhindern. Als Bürger können wir offen miteinander umgehen, Herausforderungen und Fehler mit vertrauten Menschen teilen und gemeinsam lernen, ohne zu verurteilen.

3. Veränderungen sollten immer aus der Sicherheitsperspektive beurteilt werden.

Studien zufolge ereignen sich 72% der schweren Unfälle während organisatorischer Veränderungen oder Prozessänderungen (Quelle: International Association of Occupational Safety and Health). Wer die Auswirkungen von Veränderungen auf die Sicherheit bedenkt, übernimmt vorbeugende Verantwortung und verringert Schwachstellen. Als Bürger können wir Veränderungen im Alltag, etwa die Installation eines neuen Geräts oder Umbauten zu Hause, auf Risiken prüfen und nach sicheren Lösungen suchen.

4. Unerwartetes gehört zum Leben, und wir müssen vorbereitet sein.

Unternehmen, die regelmäßig Notfallszenarien trainieren, verzeichnen laut einer Erhebung des National Safety Council (NSC) 52% weniger tödliche Unfälle. Diese Haltung fördert Einsatzbereitschaft und Vorbereitung. Sie zeigt kulturelle Reife, indem Risiken vorausgedacht werden. Als Bürger können wir Notfallpläne für zu Hause erstellen, beispielsweise Fluchtwege für den Brandfall, und an Schulungen oder Übungen in unserer Gemeinschaft teilnehmen, sofern diese angeboten werden.

5. Unfälle sind möglich, aber niemals akzeptabel.

Organisationen, die sich der Unfallprävention verpflichten, können laut der U.S. Occupational Safety and Health Administration (OSHA) tödliche Ereignisse um bis zu 88% reduzieren. Diese Haltung fördert vorbeugendes Handeln, damit Unfälle gar nicht erst geschehen. Als Bürger können wir im Alltag aufmerksam bleiben, Risiken zu Hause, im Straßenverkehr oder im öffentlichen Raum erkennen und vorsorglich handeln, etwa indem wir Geräte regelmäßig prüfen oder stärker auf sichere Vorgehensweisen achten.

Diese fünf Gedanken stehen für eine vorbeugende, dem Wohlergehen verpflichtete Haltung und spiegeln eine starke Sicherheitskultur wider. Damit Organisationen sie entwickeln und festigen können, brauchen sie praktische Ansätze, durch die jede beschäftigte Person Sicherheitskultur verinnerlicht: beispielsweise Programme zum Lernen aus Erfahrungen, geschützte Kommunikationswege und regelmäßige Schulungen. Jeder Bürger kann außerdem tägliche Gewohnheiten entwickeln, die diese Werte ausdrücken und konkret umsetzen. So entsteht in allen Lebensbereichen ein sichereres Umfeld. Auf diese Weise machen wir Risikoprävention zu einem gemeinsamen Anliegen und Fürsorge zu einer im Alltag verankerten Kultur.

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